Allgemeine Hintergrundinfos zu Atomenergie gibts u.a. bei
contrAtom und Robin Wood
Film übers ZLN & über Atomkraft: Totgesagte leben länger!
Inhalt dieser Seite:
Standort
Bei Lubmin am Greifswalder Bodden, ca. 15km Luftlinie östlich von Greifswald
Bau
20.000m² große Leichtbauhalle
Zweck
Zwischenlagerung von schwach-, mittel- und hochradioaktivem Atommüll;
Zur Zeit 69 Castorbehälter eingelagert (Stand 16.12.2010);
Genehmigung für fünf Castorbehälter aus Karlsruhe
1990
Abschaltung der fünf AKW-Blöcken; weitere drei wurden nie fertig gestellt
1991
Zustimmung des Schweriner Landtags mit den Stimmen aller Fraktionen für den Bau des Zwischenlagers, wenn ausschließlich Atommüll aus den ostdeutschen AKWs eingelagert werden
1992
Beschluss zur Beschränkung auf Abfälle aus Greifswald und Rheinsberg wird durch die Regierungskoalition (CDU/FDP) verhindert
1993
"Umwidmung" zur Einlagerung von hochradioaktivem Müll; Teillager für hochradioaktive Abfälle ist dreimal so groß wie nötig
1995
Es werden 15.000 Einwendungen gegen Zwischenlager erhoben
1999
Fertigstellung und Inbetriebnahme des gesamten Zwischenlagers
2006
Einlagerung der letzten Castorbehälter aus Rheinsberg und Greifswald
2007
Transport des Reaktordruckbehälters aus dem AKW Rheinsberg
2010
Transport von 4 Castoren aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in Cadarache (mit Brennstäben aus Jülich und von der Otto Hahn)
2011
Transport von 5 Castoren aus Karlsruhe aus der ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage
Weitere Daten gibts auf der Homepage der Betreibergesellschaft des Zwischenlagers Nord: EWN
CAsk for Storage and Transport Of Radioactive material
Autor: Prof. Dr. Rolf Bertram (im Ruhestand, Technische Universität Braunschweig)
Nadja Tegtmeyer vom AntiAtom Bündnis NordOst:
Zusammen mit vielen tausend Menschen bundesweit demonstrieren wir heute gemeinsam, um ein deutliches Zeichen zu setzen für eine längst überfällige Energiewende.
Wir fordern die Regierenden auf, die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke aufzuheben und einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft einzuleiten.
Die Atomenergie ist keine Brückentechnologie, ganz im Gegenteil, sie bremst die regenerativen Energien schon viel zu lange aus!
Statt weiterhin die Atomenergie in erheblichem Maße zu subventionieren, fordern wir nachhaltige Investitionen in Erneuerbare Energien in Kombination mit dezentralen Kleinkraftwerken mit effizienter Kraft- Wärme- Kopplung.
Ein sofortiger Ausstieg ist dringend notwendig, auch um nach vorne gehen zu können und vorwärtsgewandte nachhaltige Energien voranzubringen.
Wir fordern einen respektvollen Umgang mit Natur und Umwelt, und auch mit unseren demokratischen Grundrechten.
Der Großteil der Menschen in diesem Land möchte keine Atomkraft! Das ist durch die massiven Proteste im letzten Jahr mehr als deutlich geworden und wird auch heute wieder deutlich, denn es wird entlang der möglichen Castorstrecken heute über 20 Auftaktkundgebungen geben.
Wir gehen auf die Straße, hier und überall und werden keine Ruhe geben, bis unsere Forderungen endlich umgesetzt werden und nicht die Wirtschaftsinteressen Einzelner.
Mit Empörung haben wir in Greifswald die neuen Pläne der EWN vernommen, die der Landesregierung, entgegen vorheriger Behauptungen, schon seit September letzten Jahres bekannt sind. Da ist jetzt die Rede von unbegrenzter Pufferlagerung von schwach- bis mittelradioaktivem Müll, u.a. um den gesamten Müll des ehemaligen bundesdeutschen Forschungsschiffs Otto- Hahn einzulagern.
Unbegrenzte Pufferlagerung?
Die Ironie dieser Worte macht deutlich wie ungeklärt die Endlagerfrage auf unbestimmte Zeit ist. Wenn dem Antrag der EWN stattgegeben wird ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch der bundeseigene Müll aus der abgesoffenen Asse hierher in das einzige bundeseigene Zwischenlager gebracht werden wird.
Wir dulden nicht, dass die Zwischenlagerung von radioaktivem Müll als Dauerlösung angegangen wird und den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke rechtfertigen soll.
Ein Zwischenlager ist kein Entsorgungsvorsorgenachweis und darf es auch nicht sein!
Alle anfallenden Kosten müssen nach dem Verursacherprinzip endlich von den Verantwortlichen übernommen werden, sprich der Atomindustrie.
Für den Tourismusstandort Lubmin wünschen wir uns verstärkt Arbeitsplätze im Sektor der Erneuerbaren Technologien, um den Menschen hier eine Perspektive zu geben und Zuversicht in die Zukunft. Wir wehren uns dagegen, dass an diesem Standort in einer oberirdischen Halle nur wenige Meter über dem Meeresspiegel Atommüll auf unbestimmte Zeit gelagert werden soll, wo es eh keine Lösung gibt, wo dieser Müll überhaupt jemals einigermaßen sicher lagern könnte. 5 Castorbehälter aus der ehemaligen WAA Karlsruhe sollen nächste Woche auf ihren langen Weg ins ZLN geschickt werden. Darin befinden sich insgesamt 140 Kokillen, in denen die sog. Atomsuppe verglast transportiert wird. In 60.000 l Salpetersäure sind 16 Kilogramm Plutonium und 500 Kilogramm Uran aufgelöst. Bei diesem verharmlosenden Begriff handelt es also um eine hochradioaktive Säure, deren radioaktives Potential etwa dem der Hälfte der in Tschernobyl freigesetzten Radioaktivität entspricht.
Jeder Atommülltransport ist ein Risiko, ein überflüssiges solange niemand weiß, wohin mit dem Müll überhaupt. Es ist ein Risiko, dass wir alle tragen, obwohl wir Atomkraft ablehnen.
Es gibt für diesen Transport keine Katastrophenpläne. Im ZLN gibt es keine Heiße Zelle, in der undichte Castoren neu verpackt werden könnten, wenn sie Leck schlagen oder veralten.
Obwohl auch für Atomkraftwerke der Aktuelle Stand von Sicherheit und Technik vorgeschrieben ist, akzeptieren bei bestehenden Anlagen alle Regierungen auch niedrigere Sicherheitsstandards. Kein einziger der 17 Reaktoren in Deutschland würde heute eine Genehmigung erhalten.
Die Bundesregierung hat den Verfassungsauftrag, Schaden von der Bevölkerung abzuhalten und die gesundheitliche Unversehrtheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Dieses ist im Grundgesetz festgeschrieben.
Durch die Laufzeitverlängerung allein werden 6000 t mehr Atommüll produziert, der über viele Jahrtausende hochtoxisch ist und für die es kein Entsorgungskonzept gibt.
Viele Generationen werden damit verbringen müssen hiefür eine Lösung zu finden.
2030 werden auch die letzten Uranreserven verbraucht sein.
Gerade einmal 70 Jahre Nutzen stehen hier entgegen 1.000.000 Jahre Strahlenmüll.
Alle Fakten sprechen deutlich gegen eine weitere Nutzung der Atomenergie!
Der Uranbergbau ist verbunden mit einer immensen Zerstörung der Landschaft. Aus 1 t Uranerz gewinnt man wenn man Glück hat gerade mal 0,1 % Uran. Riesige Abraumhelden bleiben zurück, die 85 % der ursprünglichen Radioaktivität beinhalten.
Neben den Halden bleiben riesige radioaktiv verseuchte Schlammseen zurück, die bei verstärkten Regenfällen oder Dammbrüchen sich weiträumig verteilen und das Grundwasser verseuchen. 70 % der Uranabbaugebiete liegen auf dem Land Indigener Völker und sind mit Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen verbunden.
Ein Beispiel des zerstörerischen Uranabbaus zeigt sich im Osten Deutschlands bei den ehemaligen Wismuturangruben. Rund 10.000 ehemalige Arbeiter sind strahlenbedingt an Lungenkrebs erkrankt. Der radioaktive Staub verbreitet sich weitflächig in der Landschaft.
Unmengen von Trinkwasser werden über Jahrtausende verseucht in Zeiten zunehmender Trinkwasserknappheit.
Klimaschädliche Gase wie Argon und Krypton aus den Kühltürmen tragen zu erheblichem Maße zur Klimaerwärmung bei.
Atomwaffentechnologien belasten die internationalen Beziehungen.
Deshalb steht das AAB Nordost auch deutlich für weltweite Verantwortung und die Stärkung der weltweiten Gemeinschaft. Wir distanzieren uns als AAB deutlich von allen Menschen mit rassistischem und nationalistischem Hintergrund.
Wir sind für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergienutzung weltweit, denn dieses Problem ist kein lokales Problem.
Es gibt weltweit kein sicheres Endlager für den hochgiftigen Müll der Atomindustrie.
Atomkraft abschalten! Sofort! Weltweit!
Simone Leuner für Region Braunschweiger Land/ ASSE 2/ Schacht Konrad
Wir aus der Region Braunschweiger Land/ ASSE 2/ Schacht Konrad wollen nicht, daß der Atommüll aus der ASSE2 in Lubmin eingelagert wird! Gründe dafür sich :
1. Da der Atommüll nicht im Überschwemmungsgebiet gelagert werden soll.
2. Für uns gibt es keinen Sicherheitsgewinn, auf Kosten von anderen!
3. Lagerung des Atommülls nicht auf den Schacht, aber so nah wie möglich an der Asse, um Transportunfälle zu reduzieren.
Momentan zeichnet sich ab, dass durch die geplante Laufzeitverlängerung 5000 Tonnen hochradioaktiver Müll zusätzlich entsteht. Der bisherige Umgang mit dem gefährlichen Abfall, zeichnet sich aus
durch Schlamperei, Vertuschung und Lügen! Wir fordern: Abschalten der Atomkraftwerke!
Eine Verantwortungsvolle und ergebnisoffene Endlagersuche! Merkel sagte zu diesen Thema: "Ich habe keine Lust, noch mehr Geld für die Endlager Suche auszugeben"! Urban Prioll kommentier-
te:"verstrahlt aber schuldenfrei." In den 60ger/70ger Jahren ist in der ASSE Atommüll eingelagert worden. Damals wussten die Wissenschaftler: die ASSE ist nass. Somit war von Anfang an klar, dass
eine gebundene und trockene Endlagerung in der ASSE nicht möglich ist. Niemand weiß, was für Atommüll in der ASSE liegt. Im Herbst 2010 musste der Staat eingestehen, dass statt 1.300 Fässern
Mittelradioaktiver Atommüll, nun doch 16.000 dieser Fässer in die ASSE verkippt wurden. Bergwerke werden in zwei Kategorien unterteilt: Welche, die schon abgesoffen sind und die, denen es noch bevorsteht. Denn das haben tiefe Löcher in der Erde so an sich, dass sie volllaufen. Jedenfalls weiß das jede_r, der als Kind am Strand gespielt hat. Und dabei ist es egal, ob Ost- oder Nordsee.
Und weder der Müll in Asse noch der Müll in der Atommüllkippe Morsleben kann daran gehindert werden, beim Absaufen mit Wasser in Kontakt zu kommen. Dieses gilt auch für den Schacht Konrad!
Spätestens dann lösen sich die Atommüllfässer auf, in dieser Suppe aus Salz und Wasser. Das kennt auch jeder, der mit seinem Auto im Winter unterwegs ist. Dadurch wird die Salzlauge radioaktiv. Und
der Gebirgsdruck sorgt dafür, dass diese radioaktive Lauge aus 700m tiefe wieder in unseren Lebensraum hochgepresst wird. Wissenschaftliche Ausarbeitungen gehen hier von einem Zeitrahmen von
zwei Jahren nach absaufen der Grube aus. Somit gibt es keinen schlechteren Platz für den Asse-Müll als in diesem Bergwerk. Somit muss er rausgeholt werden
nicht oben auf der Asse, denn der Salzstock kann in sich zusammenbrechen, dann wäre die
Rückholung nur eine Beschäftigungstherapie gewesen
nicht dort, wo Überschwemmung oder Überflutung droht."Feucht aufwischen" darf dort nicht passieren (vergl. Ostsee)
keine "Brandlasten" in der Nähe (vergl. Gorleben in der Heide/ die Brände letztes Jahr in Russland)
aber:
so nah wie möglich an der Asse, um Transportunfälle reduzieren
wenn es keinen schlechteren Platz für den Müll als "im Bergwerk" gibt, lagert er oberirdisch an der Asse schon weniger unsicher
natürlich würde die Unsicherheit weiter reduziert, wenn der Müll weit von der Asse weggebracht wird, aber nur für die Menschen an der Asse
so etwas würde aber einen Sicherheitsverlust für die Menschen bedeuten, wo der Müll hinkommt
auf Kosten der Gesundheit anderer können wir uns keinen "Sicherheitsgewinn" vorstellen.
Keiner weiß, was in der Asse liegt, daher kann jetzt auch keiner sagen, wohin damit, aber für die längerfristige Lagerung von Atommüll ist eines unumgänglich: da irren menschlich ist, muss der Müll "revidierbar und überwachbar" gelagert werden, für immer.
" Halbwertzeit des Wissens: vor 40 Jahren waren die Politiker (als Entscheidungsträger) davon überzeugt, dass ASSE "standsicher & trocken" ist. Dies ist Falsch! Dies war damals schon falsch. Warum
sollten die Annahmen der Politiker heute besser sein als damals? Besteht dazu ein Zwang?
Die Entscheidung MUSS fehlertolerant sein, Fehler müssen umkehrbar sein: Die Lagerung von Atommüll muss "REVIDIERBAR", also umkehrbar sein.
Der Müll muss überwachbar gelagert sein, um eine Fehlentwicklung erkennen zu können. Nur die Überwachbare & Revidier bare Lagerung gibt kommenden Generationen die Möglichkeit, heute gemachte Fehler in ihren Auswirkungen zu reduzieren.
Exkurs: Die Todesstrafe ist auch deswegen zu ächten und zu verachten, da Mensch sich irrt. Und sie ist nicht revidierbar. Sie ist menschenverachtend.
Die revidierbare und überwachbare Lagerung ist alles Mögliche:
sie ist teuer
sie ist gefährlich
sie birgt die Gefahr des Missbrauchs dieses Mülls
sie macht das Problem des Atommülls für jeden Mensch deutlich! – Und dass wird nicht der Wunsch von Merkel & Co.KG sein."
Da Atommüll nirgends sicher gelagert werden kann, bleibt nur eine Konsequenz: Abschalten der Atomkraftwerke. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern heute! Solange der Wasserhahn der Ba-
dewanne noch offen ist werden wir Euch nicht helfen beim Aufwischen Dreht als erstes den Hahn zu.
Und zwar noch heute!
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